Sensationelle Aufnahmen einer Wildkamera der Deutschen Wildtier Stiftung dokumentieren das zum ersten Mal

Hamburg, 13. Juli 2020. Aufs Äußerste erregt peitscht die Wildkatze mit ihrem aufgeplusterten Schwanz hin und her. Das Fell ist aufgestellt, die Ohren sind nach vorne gerichtet. Immer wieder macht sie drohend einen Buckel und faucht, während sie in der Nacht auf einem Baumstamm angespannt hin und her läuft. Sie hat Nachwuchs und im Hintergrund lauert ein überlegener Gegner: Es ist ein Wolf. Man sieht nur seine Augen.

„Die Aufnahmen unserer Wildkamera sind eine kleine Sensation“, sagt Malte Götz, Wildkatzenexperte der Deutschen Wildtier Stiftung. „Die Bereitschaft einer Wildkatze sich für ihre Jungen sogar dem Wolf zu stellen, wurden zum ersten Mal dokumentiert.“ Unter dem Linkhttps://youtu.be/3XGaynO60MQ  können Sie verfolgen, wie das mutige Tier aufs Äußerste angespannt und kampfbereit ist.

Die Aufnahmen der Wildkamera entstanden im Rahmen einer Telemetriestudie, die die Lebensraumansprüche von Wildkatzen fernab bewaldeter Mittelgebirgsregionen, ihrer wichtigsten Rückzugsräume, in Sachsen-Anhalt untersucht. Dort hat die Wildkatze im Harz überlebt; hier hat sie heute auch ihren Verbreitungsschwerpunkt.

„Seit einigen Jahren erobert sich die streng geschützte Art einige ihrer alten Lebensräume zurück“, sagt Malte Götz. „Dazu gehört auch das Norddeutsche Tiefland.“ Die Deutsche Wildtier Stiftung unterstützt die Wiederausbreitung der Wildkatze und untersucht unter anderem, welche Verstecke in Heide- und Auenlandschaften für die Aufzucht der Jungen und für die Tagesruhe genutzt werden. „Es ist wichtig zu wissen, welche Strukturen von Bedeutung sind und welche Gefahren der Art in der Kulturlandschaft drohen.“ Die Verteidigung gegenüber dem Wolf – wie mit der Wildkamera dokumentiert – zeigt, dass sich Wildkatzen den natürlichen Herausforderungen mutig stellen.