Eisen ist ein elementarer Bestandteil des roten Blutfarbstoffs sowie zahlreicher Stoffwechselprozesse. Ein Zuviel an Eisen ist jedoch giftig für den Körper: Zu hohe Eisenwerte fördern die Bildung freier Radikale und erhöhen das Risiko für koronare Herzerkrankungen wie Arteriosklerose und Herzinfarkt. Der Körper hat deshalb einen wirksamen Schutz entwickelt, der die Eisenaufnahme aus der Nahrung reguliert.

Studie

Wissenschaftler der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich fanden heraus, dass der Eiweißstoff Hepcidin eine Schlüsselfunktion bei der Eisenaufnahme spielt. Hepcidin wird in der Leber produziert, sobald eine Eisenzufuhr erfolgt, und gelangt über den Blutkreislauf in den Dünndarm. Dort bindet es an ein Eisen-Transporteiweiß und blockiert den Übergang von Eisen aus den Dünndarmzellen in den Blutkreislauf. Das überschüssige Eisen bleibt im Darm und wird über den Stuhl ausgeschieden.

Die Schweizer Wissenschaftler verabreichten in ihrer Studie Frauen mit niedrigen Eisenwerten Nahrungsergänzungen in Dosierungen von 40 bzw. 240 mg Eisen, nach jeweils 12 oder 24 Stunden. Die Überprüfung der Eisen- und Hepcidinwerte ergab: Werden Eisenpräparate zu rasch und in zu hohen Dosen verabreicht, erhöht dies die Hepcidin-Aktivität und senkt damit die prozentuale Eisenverfügbarkeit um bis zu 40 %. 

Empfehlung

Die Züricher Forscher empfehlen, das gängige Dosierungsschema von Eisenpräparaten bei Eisenmangelzuständen zu hinterfragen. Demnach könnte eine niedrig dosierte Einnahme und nur alle zwei Tage die Eisenspeicher besser auffüllen als eine tägliche Tablette – und gleichzeitig auch die unangenehmen Nebenwirkungen reduzieren. Am gesündesten ist jedoch eine regelmäßige Eisenversorgung (siehe hier) über eine gemischte Ernährung – durch Fleischprodukte und pflanzliche Quellen wie Hülsenfrüchte, Kürbiskerne oder Leinsamen. 


Text: Dr.Gudrun Hoffmann
Foto: F1digitals /pixabay

Die auf dieser Webseite enthaltenen medizinischen Angaben und Beschreibungen sind trotz sorgfältiger Erarbeitung ohne Gewähr. Sie dienen dem Zweck, neutral und unabhängig über Themen aus Gesundheit und Krankheit zu informieren, ersetzen aber auf keinen Fall eine ärztliche Diagnose und Behandlung. Bei gesundheitlichen Problemen wenden Sie sich deshalb bitte immer an Ihre/n behandelnde/n Arzt/Ärztin.