Sojaprodukte werden oft zur Linderung von Wechseljahresbeschwerden beworben. Ihr Nutzen ist jedoch bislang von der Wissenschaft nicht zuverlässig belegt. Warum dies so ist, könnte eine Studie amerikanischer und japanischer Forscher erklären. 

Eine sojareiche Ernährung oder auch entsprechende Nahrungsergänzungsmittel enthalten so genannte Isoflavone. Dies sind Pflanzeninhaltsstoffe, die in ihrer Struktur dem weiblichen Sexualhormon Östrogen ähneln und deshalb auch pflanzliche oder Phytoöstrogene genannt werden. Wie das körpereigene Hormon binden sie, wenn auch schwächer, an Östrogenrezeptoren im Organismus und können dort sowohl östrogenartige als auch antiöstrogene Wirkungen ausüben.

Studie

An der Studie nahmen 357 Frauen in den Wechseljahren teil, die mindestens dreimal pro Woche Sojaprodukte konsumierten. Sie protokollierten dazu ihre Wechseljahresbeschwerden; außerdem analysierten die Wissenschaftler ihre Urinproben auf Soja-Abbauprodukte. Dabei zeigte sich, dass bei etwa einem Drittel der Frauen die Darmflora in der Lage war, das Soja-Isoflavon Daidzein zu dem biologisch wirksamen, östrogenähnlichen Equol umzuwandeln. Nur bei diesen Teilnehmerinnen zeigte sich auch ein positiver Effekt des Sojakonsums: Die Frauen, die am meisten Soja zu sich nahmen, litten zu etwa 80 % weniger unter Hitzewallungen und nächtlichen Schweißausbrüchen als die Frauen mit dem geringsten Sojakonsum. 

Fazit

Geschätzte 20 % bis 50 % der europäischen Frauen sind „Equol-Produzentinnen“. Frauen sollten deshalb, so die Studienautoren, einfach einige Wochen lang ausprobieren, ob Sojaprodukte ihnen helfen. Vorsicht ist jedoch geboten bei Frauen mit oder nach einer Brustkrebserkrankung: Hier warnt das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung vor dem Konsum von hoch dosierten Nahrungsergänzungsmitteln mit isolierten Isoflavonen.


 Text: Dr.Gudrun Hoffmann
Foto: Gilmer Diaz Estela /pexels

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