Hamburg, 1. März 2019. Bekommen Feldhamster mehr Nachwuchs, wenn sie weniger schlafen? Welchen Einfluss haben Klimaveränderungen auf Eiszeit-Spinnen? Und warum sind so viele Menschen fasziniert vom Wolf, bekommen aber ein ungutes Gefühl, wenn sie einen Schwarm Krähen über sich sehen? Mit diesen Fragen haben sich die letzten Forschungspreisträger der Deutschen Wildtier Stiftung beschäftigt – jetzt wird der Preis zum 14. Mal ausgeschrieben. Bis zum 31. Mai 2021 können sich Wissenschaftler, die sich mit wildtierbezogenen Fragestellungen beschäftigen, um den mit 50.000 Euro dotierten Forschungspreis bewerben. Die Ausschreibungsunterlagen können unter www.DeutscheWildtierStiftung.de/Forschungspreis abgerufen werden, über die Vergabe entscheidet eine unabhängige Jury renommierter Wissenschaftler.

Seit dem Jahr 1997 vergibt die Deutsche Wildtier Stiftung einen Preis für Wildtierforschung. Mittlerweile wurden 22 Preisträger ausgezeichnet und ihre Projekte unterstützt. Denn Forschung an heimischen Wildtieren hat in Deutschland nach wie vor Seltenheitswert. Dabei gibt es zunehmend Herausforderungen rund um heimische Wildtiere, die zum Beispiel bedroht sind, weil ihre Lebensräume schrumpfen oder aber dem menschlichen Nutzungsinteresse an der Umwelt entgegenstehen. Der Forschungspreis der Deutschen Wildtier Stiftung unterstreicht die Notwendigkeit von wissenschaftlicher Arbeit für den Schutz von Wildtieren. Denn erst, wenn wir die Prozesse zwischen Wildtieren, ihren Lebensräumen und uns Menschen ausreichend verstehen, sind wir in der Lage, effektive Schutzstrategien für Wildtiere zu entwickeln.

Die letzten drei Forschungspreisträger der Deutschen
Wildtier Stiftung und ihre Arbeiten: 
 
Forschungspreis 2019
Der Feldhamster ist ein Wiener. Nur so kann man es verstehen,
dass Cricetus cricetus in der österreichischen Hauptstadt in Scharen
auftritt, während er in Deutschland akut vom Aussterben bedroht ist.
Doch welche Faktoren beeinflussen den Reproduktionserfolg von
Feldhamstern wirklich? Verhaltensforscherin und Preisträgerin
Dr. Carina Siutz untersucht das Phänomen. 
 
Forschungspreis 2017
Blockhalden: riesige Steine, kaum Vegetation und ewiges Eis. Hier
finden einige kaum erforschte Urzeit-Spinnen ein Zuhause.
Robert Klesser, Forschungspreisträger und Biologe, untersucht unter
anderem ihre DNA um herauszufinden, wie sich die Bewohner der
isolierten Blockhalden im Laufe der Evolution verändert haben und
wie man sie schützen kann.
 
Forschungspreis 2015
Welche Reaktionen rufen Wildtiere in uns Menschen hervor, sobald
sie in unsere Lebensräume eindringen? Was fühlen wir, wenn wir
einen Wolf am Stadtrand sehen oder ein Schwarm Krähen die Bäume
im Stadtpark als Schlafplatz nutzt? Diplom-Psychologin und
Preisträgerin Uta Maria Jürgens beleuchtet Fragen wie diese mit ihrem
Promotionsprojekt  „Vom Konflikt zur Koexistenz“.

Text: Deutsche Wildtier Stiftung