Mit dem Alter schwinden auch die Muskeln. Ab etwa dem fünfzigsten Lebensjahr baut der Körper ca. 1 bis 2 % seiner Muskelmasse ab. Geht der Muskelschwund über das normale Maß hinaus, spricht man von einer Sarkopenie. 

Während ein Knochenschwund (Osteoporose) und seine negativen Folgen ein allgemein bekanntes Phänomen sind, gilt dies nicht für den altersbedingten Muskelschwund, obwohl dieser in gleichem Maße die Lebensqualität einschränken kann. Wenn die Körperkraft weniger wird, werden gewohnte Alltagstätigkeiten wie Treppen steigen, Einkaufen oder Putzen anstrengender und zur Belastung. 

Diagnose

Lange Zeit wurde zur Diagnose einer Sarkopenie allein die muskuläre Masse als Kriterium herangezogen. Wurde hier ein bestimmter Wert unterschritten, definierte dies bereits eine Sarkopenie. Inzwischen ist jedoch bekannt, dass die Masse allein kein zuverlässiger Marker ist: Viele alte Menschen haben zwar eine eher geringe Muskelmasse, aber dennoch eine sehr gute Muskelfunktionalität. Ein neuer Diagnoseschlüssel für Mediziner legt deshalb fest, dass für eine Sarkopenie beide Kriterien, d. h. sowohl eine geringe Muskelmasse als auch eine verringerte Funktionalität, vorliegen müssen.

Die Behandlung einer Sarkopenie, so sie nicht durch andere Erkrankungen hervorgerufen wird, umfasst eine Kombination aus gesunder Ernährung und gezieltem Bewegungstraining. Um hier Hilfestellung zu leisten, muss jedoch nach Einschätzung von Altersmedizinern eine viel stärkere Sensibilisierung vor allem der Hausärzte erfolgen, die bislang die Sarkopenie zu selten als Krankheit wahrnehmen.

Geht der Muskelschwund im Alter allein auf einen ungünstigen Lebensstil mit zu wenig Bewegung und einer schlechten Ernährung zurück, geben Altersmediziner verschiedene Empfehlungen zur Bekämpfung des Muskelschwundes.


 Text: Dr.Gudrun Hoffmann
Foto: Zac Ong /unsplash

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