Vor allem im höheren Alter führen Stürze und damit verbundene Knochenbrüche zu starken Einbußen in der Lebensqualität. Nicht selten bleiben Betroffene dauerhaft in ihrer Mobilität beeinträchtigt oder werden sogar pflegebedürftig. 

Außerdem quält viele Betroffene in der Folge eine beständige Unsicherheit, die ihre Selbstständigkeit einschränkt. Die Angst vor Stürzen wird deshalb von älteren Menschen am häufigsten genannt, noch vor der Angst vor Kriminalität oder Armut. Umso wichtiger ist es, das Sturzrisiko möglichst klein zu halten. 

Viele Auslöser

Eine Vielzahl an Faktoren erhöhen das Risiko auf einen verletzungsträchtigen Sturz: hohes Alter, degenerative Krankheiten wie Demenz oder Parkinson, Krafteinbußen oder auch eine Sehschwäche. Weniger bekannt ist, dass auch Medikamente das Sturzrisiko massiv beeinflussen. Hierzu gehören insbesondere Präparate, die auf Bewusstsein und Psyche wirken, wie Schlaf- und Beruhigungsmittel, aber auch manche Blutdrucksenker oder Schmerztabletten. 

Antidepressiva

Viele Senioren nehmen regelmäßig Antidepressiva ein – längst nicht nur zur Behandlung seelischer Probleme, auch bei chronischen Schmerzen oder als Schlaf- und Beruhigungsmittel finden die Medikamente immer mehr Anwendung. Seit längerem ist bekannt, dass die klassischen Antidepressiva aus der Klasse der Trizyklika – z. B. Amitriptylin oder Nortriptylin – die Sturzrate erhöhen. Deshalb verschreiben Ärzte bevorzugt die modernen so genannten selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI). Doch auch hier, so eine niederländische Studie, mehren sich die Anzeichen, dass sie Stürze begünstigen können. Je höher die eingenommene Dosis, desto größer war das Sturzrisiko. Die Forscher empfehlen deshalb: 

Empfehlungen

1. Vor allem Patienten, die mehrere Medikamente gleichzeitig einnehmen, sollten beim Arzt ihre Verordnungsliste auf ein mögliches Sturzrisiko überprüfen zu lassen.

2. Neu verschriebene Mittel sollten vor allem in der Anfangszeit der Einnahme auf Nebenwirkungen wie Benommenheit, Schwindel oder schlechteres Sehen hin beobachtet werden.

3. Schlaf- und Beruhigungsmittel sollten so kurz und niedrig dosiert wie möglich eingenommen werden. 

4. Auch rezeptfrei erhältliche Medikamente können die Sturzgefahr erhöhen. Ihre Einnahme sollte deshalb immer mit dem Arzt besprochen werden. 


Text: Dr.Gudrun Hoffmann
Foto: Pexels /Pixabay

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