Hitzewallungen, Muskel- und Gelenkschmerzen, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen, trockene Haut – zahlreiche „Frauenbeschwerden“ werden auf den absinkenden Hormonspiegel in den Wechseljahren zurückgeführt. Ein Forscherteam des Universitätsklinikums Dresden hinterfragte diesen Zusammenhang nun in einer Studie.

Studie

Die Wissenschaftler befragten hierzu etwa 1400 Frauen im Alter von 14 bis 95 Jahren, und auch rund 1200 Männer, zu möglichen körperlichen wie psychischen Veränderungen. Die Resultate: Körperliche Beschwerden nahmen bei Frauen, aber auch bei Männern mit steigendem Alter zu. Allein typisch für die Wechseljahre waren Hitzewallungen und plötzliche Schweißausbrüche. Andere Beschwerden sollten laut Forscherteam als Alterssymptome angesehen werden, nicht als Folgen eines Hormonmangels. Und: Mehr als die Hälfte der befragten Frauen zwischen 45 und 59 Jahren gab zudem an, gar keine Beschwerden zu verspüren. 

Fazit

Laut Studie nehmen die meisten körperlichen Beschwerden mit dem Lebensalter allmählich zu, haben aber keinen Höhepunkt in den Wechseljahren. Der abfallende Hormonspiegel wäre demnach nur ein Zeichen der Wechseljahre, nicht jedoch Auslöser der Symptome. Die Studienautoren halten es deshalb für sinnvoll, die Wechseljahre nicht länger als eine gesundheitliche Störung oder gar Krankheit zu betrachten. Dies bedeute auch, den Einsatz von Hormonersatztherapien noch kritischer zu sehen, zumal immer mehr Studien ihren gesundheitlichen Nutzen grundsätzlich in Frage stellen und Nebenwirkungen wie ein erhöhte Risiken für Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen belegen.


 Text: Dr.Gudrun Hoffmann
Foto: Andrea Piacquadio /pexels

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