Tierische Lebensmittel gelten bislang als beste Quellen für die Versorgung mit dem Mineralstoff Eisen. US-Forscher in Oakland fanden jedoch eine alternative Möglichkeit, die auch Vegetariern und Veganern eine effiziente Eisenversorgung ermöglicht.

Die Aufnahmerate von Eisen aus tierischen Lebensmitteln liegt bei ca. 20 %, wogegen Eisen aus pflanzlichen Lebensmitteln nur zu 3-8 % vom Körper aufgenommen werden soll. In beiden Fällen handelt es sich jedoch um zweiwertiges, anorganisches Eisen (Fe2+), wie es auch in den meisten Nahrungsergänzungsmitteln gegen Eisenmangel vorliegt.

Studie

Die US-Wissenschaftler untersuchten in ihrer Studie den Weg der Eisenaufnahme im Dünndarm, sowohl im Tierexperiment als auch bei menschlichen Studienteilnehmern. Dabei konnten sie beobachten, dass Eisen nicht nur in Form zwei- oder dreiwertiger Eisenverbindungen, sondern auch in Form eines großen Eisen-Protein-Komplexes, dem Ferritin, aufgenommen wird. Letzteres geschieht über einen anderen Transportmechanismus in den Dünndarmzellen, wobei das Ferritin nicht vorher zu kleineren Bausteinen abgebaut wird, sondern als Ganzes in den Blutkreislauf übergeht. Der Ferritintransport erfolgt langsamer als die Aufnahme von anorganischem Eisen, jedoch werden mit jedem Ferritinmolekül mehrere 1000 Eisenatome durch die Darmschleimhaut transportiert. 

Bedeutung

Nach Einschätzung der Forscher könnte der neu entdeckte Mechanismus der Eisenaufnahme deshalb effizienter und gleichzeitig verträglicher für den Darm sein. Ferritin kommt in großen Mengen z. B. in Hülsenfrüchten und anderen Gemüsen vor, die damit als hochwertige Eisenlieferanten dienen können. Auch beim Menschen bildet der Körper Ferritin und lagert es als Eisendepot in Knochenmark, Milz und Leber. Die Entdeckung des alternativen Transportweges könnte auch erklären, warum Vegetarier und Veganer nicht zwangsläufig unter Eisenmangel leiden.


Text: Dr.Gudrun Hoffmann
Foto: yilmazfatih /pixabay

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