Unser Körper benötigt Eisen für die Blutbildung, den Sauerstofftransport und zahlreiche Stoffwechselvorgänge in den Körperzellen.

Insgesamt befinden sich etwa zwei bis fünf Gramm Eisen im Körper. Der weitaus größte Teil liegt in gebundener Form vor, z. B. als Bestandteil von Hämoglobin in den roten Blutkörperchen oder als Myoglobin, einem Protein in den Muskelzellen. 

Eisendepots in Form des Eisen-Protein-Komplexes Ferritin befinden sich vor allem in Leber, Milz und Knochenmark. Die Transportform von Eisen im Blut heißt Transferrin. Sowohl Ferritin als auch Transferrin können im Blut bestimmt werden, um einen möglichen Eisenmangel herauszufinden.

Der Körper verliert regelmäßig etwa 1 mg Eisen pro Tag, vor allem durch die Abstoßung von Darm- und Hautzellen. Dies wird im Normalfall durch das über die Nahrung aufgenommene Eisen ausgeglichen.

In bestimmten Situationen kann es jedoch zu stärkeren Verlusten und so einem Eisenmangel kommen. Dazu gehören vor allem längere und stärkere Blutungen, wie durch unerkannte Magen-Darm-Geschwüre oder bei Frauen eine starke Regelblutung, aber auch eine über längere Zeit einseitige Ernährungsweise.

Anzeichen für einen Eisenmangel sind eine blasse Gesichtsfarbe, rasche Ermüdbarkeit, häufige Kopfschmerzen und Schwindelgefühle. 

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt eine Eisenzufuhr von 10 bis 20 mg Eisen pro Tag. Diese sollte im Idealfall über eine normale ausgewogene Ernährung bewerkstelligt werden.

Rotes Fleisch gilt als leicht verfügbare Eisenquelle; neue Studien (siehe hier) zeigen aber, dass Gemüsesorten, die reich an Ferritin sind, eine möglicherweise gesündere Eisenquelle darstellen. Dazu gehören vor allem Hülsenfrüchte wie Linsen, Bohnen und Kichererbsen. Auch Vollkornprodukte und Ölsamen sind gute pflanzliche Eisenlieferanten. 

Zu beachten ist: Bestimmte Lebensmittel, wie Milchprodukte, schwarzer Tee und Kaffee, hemmen die Eisenaufnahme; Vitamin C dagegen, z. B. als Orangensaft, fördert sie. 

Bei starkem Eisenmangel wird der Arzt Eisenpräparate verschreiben. Diese sollten jedoch nie auf eigene Faust, sondern nur bei nachgewiesenem Eisenmangel eingenommen werden. Denn ein Zuviel an Eisen kann auch gesundheitsgefährdend sein.

Kann der Körper oral aufgenommenes Eisen nicht verwerten, können Eiseninfusionen helfen, die jedoch nur von einem hierauf spezialisierten Arzt verabreicht werden sollten. 


Text: Dr.Gudrun Hoffmann
Foto: richardkhupthong /pixabay

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