Ein Drittel unserer Lebensmittel – darunter wichtige Gemüse, Früchte, Nüsse, und Gewürze – ist auf die Bestäubung von Insekten angewiesen. Doch die kleinen Helfer sind durch Pestizideinsätze bedroht: Weltweit berichten Imkerinnen und Imker von einem Rückgang ihrer Bienenpopulationen.
Bienen sind für den Erhalt unserer biologischen Vielfalt und damit für ein intaktes Ökosystem extrem wichtig. Ihr jährlicher Bestäubungswert wird weltweit auf unglaubliche 217 Milliarden Dollar geschätzt. Das ist viel Arbeit für die fleißigen Helfer. Bienen müssen für 1 Kilo Honig etwa 3 Kilo Nektar herbeischaffen. Dafür fliegen sie 100.000-mal aus und besuchen 14 Millionen Blüten. Die Flugstrecke aller Bienen entspricht dabei einer Reise rund sechsmal um die Erde. →

ZUKUNFTSFÄHIGE LANDWIRTSCHAFT

Das Verbot der für Bienen gefährlichsten Pestizide ist ein notwendiger erster Schritt und erst einmal der beste denkbare Schutz für Bestäubungsinsekten vor den Giften der industriellen Landwirtschaft. Mittel- und langfristig braucht es allerdings weitergehende Maßnahmen: Die auf chemisch-synthetischen Giften basierende Landwirtschaft gehört auf den Prüfstand und muss ökologisch neu ausgerichtet werden. Natürliche und naturnahe Lebensräume in der Agrarlandschaft müssen gefördert werden. Maßnahmen zur Förderung der Artenvielfalt auf landwirtschaftlichen Flächen und der Schutz von noch intakten Ökosystemen tragen dazu bei, für Bienen eine Umgebung zu schaffen und zu erhalten, die sie zum Leben benötigen.

→ 4.000 Gemüsesorten in Europa gibt es nur dank der fleißigen Bienchen. Ohne ihre Leistung könnten bei der Nahrungsmittelproduktion massive Engpässe drohen.
In den letzten Jahren häuften sich jedoch massiv Meldungen über das Bienensterben. Allein in Deutschland sterben bis zu 30 Prozent der Bienenvölker. Die Ursachen sind bis heute nicht ausreichend erforscht. Viele Faktoren kommen in Frage: Varroamilben, Krankheiten, Umweltstress, einseitige Ernährung der Biene – und Pestizide.
In der industrialisierten Landwirtschaft finden die Bienen immer seltener sichere Quellen ihrer Nahrung und Wildbienen immer weniger Rückzugsgebiete, durch Monokulturen kommen immer mehr hochgiftige Pestizide zum Einsatz. Zahlreiche dieser Pestizide – zum Beispiel insektizide Nervengifte aus der Gruppe der Neonicotinoide – sind wahre Bienenkiller. Sie schädigen das zentrale Nervensystem der Tiere. Viele Pestizide können bei Bienen zu einer chronischen Vergiftung führen und haben oft tödliche Folgen für einzelne Tiere oder gar ganze Bienenvölker. Dies passiert beispielsweise, wenn Arbeiterbienen durch Pestizidwolken fliegen oder wenn sie ihrer Brut verseuchten Nektar und Pollen bringen.

 © Greenpeace / Pieter Boer

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