Forte, comp, retard, Indikation, Wechselwirkungen …verstehen Sie den Beipackzettel Ihrer Medikamente? Oder lesen Sie ihn erst gar nicht? Dass dies nicht ganz ungefährlich sein kann, beschreibt eine britische Studie.

Studie

Forscher des University College London testeten das medizinische Leseverständnis von mehr als 7000 Teilnehmern. Dazu wurde ihnen der Beipackzettel eines gängigen Aspirin-Mittels zum Durchlesen vorgelegt, und im Anschluss dazu vier Fragen gestellt: wie viele Tage das Mittel längstens eingenommen werden darf, wann sein Einsatz hilft und wann nicht, und in welchen Fällen ein Arzt aufgesucht werden sollte. Obwohl die Teilnehmer den Beipackzettel jederzeit nachlesen durften, schafften es nur ca. zwei Drittel, alle Fragen korrekt zu beantworten. Je älter die Teilnehmer waren, und je niedriger ihr Bildungsstand, desto mehr Fehler machten sie. Bei der Nachbeobachtung der Studienteilnehmer zeigte sich dann: Die „Fehlergruppen“ hatten ein 26 % höheres Sterberisiko. 

Fazit

Die Londoner Mediziner erinnern daran, dass die Bereitstellung von Informationen nicht automatisch bedeutet, dass diese auch verstanden werden. Doch Patienten, die schriftliche Gesundheitsinformationen nicht verstehen, sind am stärksten durch gesundheitsschädigende Wirkungen gefährdet. Nach Einschätzung von Medizinern müssten gesundheitsbezogene Informationen viel gezielter auf die Bedürfnisse und Möglichkeiten angepasst werden. Dies gilt vor allem für ältere Menschen, die die meisten Medikamente einnehmen. Doch es gilt auch: Der Patient hat eine Eigenverantwortung für sich und seine Gesundheit.

Empfehlungen

1. Werfen Sie den Beipackzettel nicht sofort in den Müll, sondern lesen ihn sorgfältig durch. 

2. Bewahren Sie ihn zur späteren Nutzung in der Medikamentenverpackung auf.

3. Lassen Sie sich durch lange Listen an Nebenwirkungen nicht verunsichern. 

4. Überprüfen Sie vor allem bei Neueinnahme eines Medikamentes, ob ggf. neue Symptome auftreten, die im Beipackzettel genannt werden.

5. Halten Sie bei Fragen Rücksprache mit Ihrem Arzt. 


 Text: Dr.Gudrun Hoffmann

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