Abb.:
Zhang Wei
Z-AC1616, 2016
oil on linen
photo: Yang Chao Photography Studio, Beijing, China
courtesy of the artist and Galerie Max Hetzler, Berlin | Paris | London

Einer der wichtigsten Vertreter abstrakter Malerei in China, Zhang Wei, bespielt die Stiftungsräume in Weidingen im Juli und August 2019. Wieder einmal wird damit der Stiftungssitz in der Eifel, bestehend aus Ausstellungshalle, Skulpturengarten, Gästehaus sowie der Bibliothek Günther Förg, zur Spielstätte für ein kunstreiches Sommer-Ereignis. Die Besucher erwartet zudem zur Eröffnung und zum Sommerfest ein Konzert des schwedischen Free Jazzer Mats Gustafsson.
Der Künstler Zhang Wei
Zhang Wei gilt als einer der ersten und wichtigsten zeitgenössischen abstrakten Maler Chinas. Zhang Wei begann seine Karriere in den 1970er Jahren als Teil des Künstlerkollektivs
„Wuming“. Die Begegnung mit dem US-amerikanischen abstrakten Expressionismus und seinen Protagonisten – in den frühen 80er Jahren während der liberaleren Post-Mao-Ära – ließ ihn eine neue Sichtweise auf seine eigene künstlerische Praxis entwickeln: Sie ermutigte ihn in seinem Streben nach persönlicher Ausdrucksfreiheit durch eine nicht-repräsentative malerische Darstellungsweise.
Abstraktion als Ausdruck künstlerischer Autonomie: Zhang Weis Bilder greifen vor allem die unmittelbaren, intuitiven Ansätze der Aktionsmalerei auf. Dennoch beziehen sich seine Arbeiten neben Hinweisen auf die westliche Moderne auch auf traditionelle chinesische Tusche- und Kalligrafietechniken. Ebenso erinnert seine Praxis an die asiatische Tradition des „Qi“, die die Malerei als einen Prozess der Energiefreisetzung beschreibt – in dem Moment, in dem sich Tinte und Papier durch den Pinsel berühren.
Zhang Weis spontane Pinselführung, der dynamische, direkte Farbauftrag, lassen eine lebendige, ja dramatische Bildsprache entstehen. Jeder Pinselstrich ist und bleibt sichtbar und ermöglicht dem Betrachter den Malprozess unmittelbar nachzuvollziehen. Kräftige Farben überlagern sich und bilden ein intensives Zusammenspiel der Töne. Dennoch bleiben große Flächen der Leinwand leer und markieren gerade damit eine wichtige Komponente in Zhang Weis Gemälden: Die Unvollständigkeit, die er bewusst als dramaturgisch spannendes Stilmittel einsetzt.