Deutsche Wildtier Stiftung: Blicken Sie per Mausklick auf www.schreiadler.org in den Birkenhorst der seltenen Schreiadler

Es ist ein ständiger Einblick in einen der geheimsten Orte, den es im Reich der Greifvögel gibt: Das Nest des seltenen Schreiadlers. Wie in den vergangenen Jahren haben die Schreiadler ihr Brutversteck hoch oben im dichten Gezweig einer Birke angelegt, geschützt vor den neugierigen Blicken ihrer vielen Feinde wie zum Beispiel dem Habicht. Was die beiden nicht ahnen: Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen ist ihr Leben öffentlich geworden. Eine kleine Webcam war längst nur wenige Meter neben ihrem Nest installiert, als die beiden im April mit dem Brutgeschäft begannen. „Vor ein paar Tagen ist das erste Küken im Birkenhorst geschlüpft“, sagt Dr. Andreas Kinser, stellvertretender Leiter Natur- und Artenschutz bei der Deutschen Wildtier Stiftung und ergänzt: „Ab jetzt müssen die Adler-Eltern ständig Futter an den Birkenhorst bringen“. Wenn alles gut geht, wird in den kommenden Wochen aus dem struppigen Küken mit den Taucherbrillen-Augen ein stolzer Jungadler, der bereits im September allein zu einer Weltreise aufbrechen muss.

Die Webcam zeigt live auf www.schreiadler.org den Alltag einer Schreiadler-Familie, die irgendwo in den estländischen Wäldern lebt. Der Stream wird vom Adler Club Estland produziert und ins Internet gestellt. In Deutschland würde ein solches Projekt niemals genehmigt werden, denn um den Schreiadler ist es bei uns nicht gut bestellt: „Lediglich knapp 130 Paare brüten in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg: Die Art ist bei uns vom Aussterben bedroht“, so Kinser. Gemeinsam mit Land- und Forstwirten entwickelte die Deutsche Wildtier Stiftung deshalb eine schreiadlerfreundliche Landbewirtschaftung, die nicht zu wirtschaftlichen Nachteilen der Betriebe führt: „Momentan können wir auch Dank unserer Maßnahmen zur Lebensraumverbesserung einen leichten Aufwärtstrend feststellen“, sagt Kinser.

Der Schreiadler ist ein geschickter Bodenjäger! Frösche, Mäuse und Co für die Jungen er „zu Fuß“

Den Schrei der kleinsten Adlers Deutschlands hören Sie hier: www.deutschewildtierstiftung.de


Text: Deutsche Wildtier Stiftung
Foto: Deutsche Wildtier Stiftung  / Jan Bleil