Frühlingsgefühle im Maulwurfsbau: Das Tier des Jahres 2020 wandelt jetzt auf Freiersfüßen. Bis Mitte März durchstöbern die eingefleischten Junggesellen auf der Suche nach einem Weibchen die Tunnelsysteme unter der Erde, sind aber auch viel oberirdisch unterwegs. Der Maulwurf möchte jetzt schnell seine „Traumfrau“ finden und sich fortpflanzen! „Begegnen sich zwei Männchen bei der Suche in einer Röhre, kommt es sofort zum Kampf“, sagt Eva Goris, Pressesprecherin der Deutschen Wildtier Stiftung. „Denn der Maulwurf ist ein absoluter Einzelgänger.“

Das Maulwurfsweibchen macht sich nicht aktiv auf die Suche. Es bleibt entspannt im Nest hocken und gluckst. Ihre wohltönenden Braut-Rufe verfehlen die Wirkung nicht lange. Ein spezielles Liebesparfum verführt die Männchen obendrein. Er wiederum beeindruckt Sie mit einer Art Hochzeitsfrack: Sein Bauch, die Schnauze und auch die Genitalregion verfärben sich besonders dunkel. Erst am Ende der Paarungszeit bekommen beide Sommerfell.  

Nach der Paarung gehen Männchen und Weibchen wieder ihrer Wege. Wenn etwa vier Wochen später der Nachwuchs geboren wird, ist Papa Maulwurf längst über alle Berge. Sie muss die vier bis fünf Jungtiere allein aufziehen. „Ein Junges wiegt etwa vier Gramm und ist damit nicht schwerer als eine 10-Cent-Münze.“ Erst nach 22 Tagen öffnen sie zum ersten Mal ihre Augen und tragen ihr charakteristisches schwarzes Fell. Vorher sind die Kleinen nahezu nackt. „Deshalb ist das Nest warm und weich mit Pflanzenmaterial ausgepolstert“, sagt Eva Goris. Dank der Muttermilch legen die Jungen schnell an Gewicht zu. Nach etwa zwei Monaten sind sie schon gut 40 Gramm schwer und werden langsam selbstständig. „Dann ziehen sie bereits auf eigene Faust los.“

Das ist der Beginn einer gefährlichen Zeit. Denn auf der Suche nach einem eigenen Revier werden sie nicht nur von Konkurrenten vertrieben; häufig warten an der Erdoberfläche Fressfeinde und sie werden für Eulen, Bussarde, Füchse, Marder und Waschbären leichte Beute.


Fotos: Deutsche Wildtier Stiftung, Arco Images NPL,Getty Images
Text: Deutsche Wildtier Stiftung