Lästiges Sodbrennen, Magendruck und Schmerzen im Oberbauch werden oft (aber nicht immer) durch ein Zuviel an Magensäure ausgelöst. Um die Beschwerden zu lindern, gibt es verschiedene Mittel. Viele sind alt bewährt und rezeptfrei in der Apotheke oder frei verkäuflich in Drogerien erhältlich. Welches Mittel wann sinnvoll ist, hängt davon ab, wie häufig und wie stark die Beschwerden sind:

Säurebinder (Antazida) helfen, wenn es schon zu spät ist – nach einem fetten Essen, zuviel Rotwein oder Kaffee. Mittel wie z. B. Bullrich Salz, Rennie oder auch Heilerde bestehen aus Silizium-, Aluminium- und Magnesiumverbindungen oder Carbonaten, binden an die quälende Magensäure und puffern sie innerhalb von Minuten ab. Es gibt sie als Pulver, Pastillen oder Kautabletten. Da sie nur zwei bis vier Stunden lang wirken, müssen sie falls notwendig häufiger geschluckt werden. Wichtig auch: Werden weitere Arzneimittel eingenommen, sollte ein Einnahmeabstand von mindestens 2 Stunden eingehalten werden.

So genannte H2-Blocker mit den Wirkstoffen Ranitidin oder Famotidin hemmen im Magen die Wirkung des körpereigenen Botenstoffs Histamin, der die Ausschüttung der Magensäure nach einer Mahlzeit anregt. Im Gegensatz zu den Säurebindern sollten sie vorbeugend eingenommen werden, am besten morgens und abends. Sie wirken nach etwa einer Stunde und bis zu 10 Stunden lang.

Fertig erhältliche Kräutertropfen, wie z. B. Extraktmischungen aus Fenchel, Kümmel, Bitterer Schleifenblume oder Kamille, wirken entspannend auf die Magenmuskeln und beschleunigen den Weitertransport des Nahrungsbreis. Dies verringert auch die Säureproduktion und lindert Völlegefühl und Magenschmerzen.

Die häufig auch vom Arzt verschriebenen Medikamente Omeprazol oder Pantoprazol sind so genannte Protonenpumpenhemmer (PPI). Sie ersticken die Säureproduktion schon im Keim und sind damit hoch wirksam. Werden sie lange oder hoch dosiert eingenommen, haben sie allerdings auch eine ganze Reihe von gefährlichen Nebenwirkungen. Deshalb sollten sie nur geschluckt werden, wenn die Beschwerden stark und langwierig sind. Was viele nicht wissen: Im Akutfall helfen sie gar nicht, denn sie blockieren die Ausschüttung neuer Magensäure erst einige Stunden nach der Einnahme. Gegen den schon vorhandenen Säureüberschuss sind sie machtlos. Geschluckt werden werden sie am besten morgens nüchtern oder auch vor einer Mahlzeit. Ihre Wirkdauer liegt zwischen ein und drei Tagen.

Alle beschriebenen Mittel sollten nur im Notfall und so selten wie möglich eingenommen werden. Denn auch sanfte Heilmittel greifen in natürliche Körperprozesse ein und beeinträchtigen z. B. die lebensnotwendige Funktion der Magensäure.

 Gudrun Hoffmann  

 pixabay.com

 

Die auf dieser Webseite enthaltenen medizinischen Angaben und Beschreibungen sind trotz sorgfältiger Erarbeitung ohne Gewähr. Sie dienen dem Zweck, neutral und unabhängig über Themen aus Gesundheit und Krankheit zu informieren, ersetzen aber auf keinen Fall eine ärztliche Diagnose und Behandlung. Bei gesundheitlichen Problemen wenden Sie sich deshalb bitte immer an Ihre/n behandelnde/n Arzt/Ärztin.