Ein Leben im Flug
Der Mauersegler (Apus apus)

Foto: Mathias Entelmann

Mit ihren durchdringenden „sriih-sriih“-Rufen kündigen die Mauersegler den Sommer an. Die rasante Flieger haben sich in Städten und zunehmend auch Dörfern als echte Kulturfolger angesiedelt, wo sie unter den Dächern und in Gebäudenischen geeignete Wohnstuben finden.
Dank dieser Anpassungsfähigkeit konnte sich der Mauersegler in der Vergangenheit zunächst gut vermehren. Viele Nistplätze gehen heute jedoch durch Gebäudesanierungen verloren. Die Folge ist, dass der Mauersegler nun bereits auf die Vorwarnliste der Roten Liste gefährdeter Brutvögel gesetzt werden musste. Auf den ersten Blick könnte man den Mauersegler auch für eine Schwalbe halten. Doch seine längeren, sichelförmigen Flügel, der kurze Schwanz und die ständigen Flugrufe machen ihn unverwechselbar.
Nur zur Brut begibt sich der Mauersegler auf festen Boden. Die übrige Zeit seines Lebens verbringt er in der Luft, vermag sogar im Fliegen zu schlafen. Auch Nahrungssuche, Wasseraufnahme und sogar die Paarung werden „im Flug“ erledigt. Mit weit geöffnetem Schnabel fängt er Insekten aus der Luft, sammelt sie im Kehlsack, und verfüttert sie zu einem Ballen geformt an die hungrigen Jungen. Wird das Futter bei Schlechtwetterperioden knapp, können die Jungvögel in eine energiesparende Starre verfallen, bei der ihre Körpertemperatur stark absinkt.
Mit speziellen Nistkästen oder Niststeinen können Sie dem Mauersegler gezielt helfen.

Kurze Brutsaison: Der Rückflug startet schon im Juli
Gerne suchen die Mauersegler zum „Auftanken“ fluginsektenreiche Wasserflächen auf. Von dort stammen dann auch die meisten frühen Nachweise. Mauersegler sind Weitstreckenzieher, die südlich der Sahara überwintern und im Frühling zum Brüten nach Norden ziehen. Nach einer kurzen Brut- und Aufzuchtzeit beginnt dert Wegzug dann bereits ab Mitte Juli, hauptsächlich aber Anfang August. Hauptzugzeit ist bis Ende August. Vereinzelte ziehende Mauersegler aus dem Norden werden noch bis Mitte September, in Ausnahmefällen auch später beobachtet.


Bauanleitung für den Mauersegler-Nistkasten

Foto: Erlenbach

Mauersegler-Nistkästen sollten in mindestens sechs Metern Höhe aufgehängt werden. Gut geeignet sind geschützte Wandbereiche unter der Dachtraufe, überdachte Balkone oder Fensternischen. Da der Mauersegler in Kolonien brütet, ist es empfehlenswert, mindestens drei Kästen anzubringen. Wichtig ist ein freier An- und Abflug sowie ein freier Flugraum unter dem Nistkasten. Mitte April sollte eine Mauersegler- Wohnung am Haus angebracht sein, damit die zurückkehrenden Segler sie direkt beziehen können.


TIPP: Die Front wird – wie beim Meisenkasten – mit zwei Nägeln an den Seitenwänden befestigt – so lässt sie sich drehend nach oben öffnen. Auch hier wird mit drehbaren Schraub- oder auch Verschlusshaken gesichert.


Weitere Baupläne für Nistkästen und Nisthilfen für Vögel, Fledermäuse, Igel und Insekten finden Sie in der NABU-Broschüre „Wohnen nach Maß“

(Art.-Nr. 4028), die Sie im NABU Natur Shop, Tel. 05 11.89 81 38-0, info@NABU-Natur-Shop.de, für 2 Euro zzgl. Versandkosten bestellen können.


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